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Und schon wieder wurden Dutzende Promi-Fotos gehackt

Wenn private Bilder von Prominenten im Internet veröffentlicht werden, ist das keine spannende Sache – es ist einfach nur eine Unverschämtheit.

Schon mal etwas von „The Fappening“ gehört? Damit bezeichnet man Hackerangriffe auf private Fotos von Prominenten, die anschließend im Internet veröffentlicht werden. Aber was heißt schon Prominente, meistens sind es tatsächlich weibliche Stars, die Opfer von solchen Angriffen werden. Ziel davon ist dabei, leider klar, möglichst Nacktfotos der Frauen zu finden oder andere „sexy“ Bilder. Daher auch das Wort „Fappening“, das eine Neuschöpfung aus dem Wörtern „happening“ und „to fap“ ist, also männliche Masturbation.

Bereits 2014 wurden viele Stars wie zum Beispiel Jennifer Lawrence und Kirsten Dunst gehackt. Jetzt hat es wieder so einen Vorfall gegeben: Im Internet kursieren Bilder von Emma Watson und angeblich auch von Amanda Seyfried und Jillian Murray. Emma Watson hat bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Von ihr sind vor allem Fotos veröffentlicht worden, die sie bei einer Anprobe von verschiedenen Bikinis zeigen. Manche Seiten behaupten aber auch, Nacktfotos von ihr zu besitzen, die sie zum Beispiel in der Badewanne zeigen. Die anderen beiden Schauspielerinnen soll man angeblich in sexuellen Posen sehen, das sind aber nur Gerüchte.

 

Frauen als Projektionsfläche

 

Was aber selbst die schon zeigen: berühmte Frauen werden ständig nur auf ihr Aussehen reduziert und dienen als Projektionsfläche für die verschiedensten Fantasien. Natürlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn man Emma Watson als Schauspielerin mag, ihr Engagement bewundert und sie attraktiv findet. Aber wenn es so weit geht, dass Internetseiten Fotos von ihr sammeln und sie zum Teil so zurechtschneiden, dass im Prinzip nur ihr Ausschnitt zu sehen ist, dann sollte man sich schon fragen: was soll das bitte? Breaking News: Frauen sind mehr als Sexobjekte. Und ja, auch prominente Frauen. Mal ganz abgesehen davon, dass der Diebstahl privater Fotos nicht nur ein Verbrechen, sondern auch ein unverschämter Eingriff in die Privatsphäre ist. Auch, wenn es sich in Watsons Fall „nur“ um Bikinifotos handelt.

 

Das Recht auf Privatssphäre – auch für Berühmte

 

Das Argument „Selbst Schuld, dann soll sie nicht solche Fotos machen, sie ist ein Star, sie muss damit rechnen“ zieht nicht. Es zog auch beim Hack von 2014 nicht. Victim Blaming ist der Fachbegriff für Vorgänge wie diesen. Aber: die Schuld hat ganz allein der Hacker, der sich über Gesetz und Privatsphäre – die ist übrigens ein Menschenrecht – hinwegsetzt. Nicht Emma Watson sollte in Zukunft keine Fotos mehr von sich machen (lassen), sondern die Hacker sollten verstehen, was sie damit anrichten.

Mittlerweile versuchen manche auch, den Angriff zu verharmlosen, indem sie sagen, Watson hätte doch gerade erst freizügige Fotos von sich veröffentlicht. Der Unterschied ist: Bei dem Vanity Fair-Shooting hat Watson selbst entschieden, dass Menschen dieses Bild sehen dürfen. Ihre anderen, privaten Fotos wollte sie nicht der Welt zeigen. Es ist vollkommen egal, dass sie auf den geleakten Fotos „angezogener“ ist als auf dem Covershoot. Und der Wille eines Menschen und seine Privatsphäre sollten immer respektiert werden. Egal, um wen es sich handelt.

 

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Bildquelle: Marco Bond unter CC BY 2.0

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