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Real Life Sex Dolls: Die Liebe der Zukunft?

Stacy Leigh inszeniert mit „Average Americans (that happen to be sex dolls)“ die Liebe zu Sexpuppen und diskutiert die Frage: Wie nah sind uns Love Robots?

Von Delia Friess

Real life sex dolls? Was nach Schlagworten für die Suchfunktion einer Porno Webseite klingt, ist ein vielmehr ein reales Phänomen der heutigen Zeit: Neben der Möglichkeit in ein Virtual Reality Sex-Universum einzutauchen, kann man nun auch Sexpuppen mit jeder beliebigen Haar- und Augenfarbe oder Konfektionsgröße bestellen. Anbieter verkaufen Puppen, die sogar beheizbar, mit austauschbarem Kopf und „Ersatzteilen“ nach Hause geliefert werden.

Für ihr Kunstprojekt „Average Americans (that happen to be sex dolls)“ fotografierte die Amerikanerin Stacy Leigh ihre eigenen zwölf Sexpuppen, die sie seit über zehn Jahren fotografiert. „Ich wollte die Puppen vermenschlichen“, sagt Stacy über ihr Fotoprojekt. Ihre Bilder brechen mit unseren Konventionen, in dem sie die Sexpuppen sowohl in sexuellen anzüglichen Positionen, als auch in alltäglichen Situationen zeigen.

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Dass Roboter schon bald Jobs übernehmen könnten, scheint in nicht allzu weiter Ferne zu liegen: Der deutsche Zukunftsforscher Ulrich Ebert schrieb sein neues Buch „Smarte Maschinen – Wie künstliche Intelligenz unser Leben verändert“ über die Zukunft mit Robotern. Nach Ebert werden automatisierte Butler in mindestens drei Jahrzehnten in den eigenen vier Wänden zur Normalität gehören. Aber Love Robots und Living Dolls? Hersteller arbeiten zumindest jetzt schon an der Perfektionierung von Materialien und Technik – und an sprechenden Puppen, die noch echter wirken und mehr Emotionen zeigen.

 

Love Robots und Living Dolls?

 

Aber wird künstliche Intelligenz auch menschliche Eigenschaften wie Empathie, Gewissen und Vernunft ersetzen oder sogar reproduzieren können? Können wir uns in Roboter verlieben? Diesen Fragen nähert sich auch Stacy in ihrem Projekt. „Einige Leute sind von den Puppen abgeschreckt, während andere empathisch auf sie reagieren.“, sagt sie über die Reaktionen auf ihre Bilder. „Mit den sozialen Netzwerken, Smartphones und der zunehmenden Anonymität des Internets gibt es einen Teil der Gesellschaft, der sehr einsam ist. Manche greifen zu Ersatzmitteln, um Beziehungen zu haben.“, erklärt Stacy gegenüber der Huffington Post.

Love Dolls, davon ist Stacy überzeugt, seien die frühen Anfänge von Love Robots. „Ich denke, da passiert etwas, wenn man diese sehr realistischen Puppen in Körpergröße sieht, von Angesicht zu Angesicht oder auf einem Foto – da entsteht ein Gefühl“, meint die 45-jährige Künstlerin, die auch als Modefotografin arbeitet.

 

Sexuelle Freiheit oder Sexismus?

 

„Meine Fotos erzählen von Leben, Beziehung und Sexualität“, sagt Stacy. Ihr Projekt soll auch gesellschaftliche Kontroversen aufzeigen: Sexuelle Selbstbestimmung und Freiheit gehören zu den besten Errungenschaften des letzen Jahrhunderts. Aber wo wird die Grenze zum Sexismus überschritten? Und was erzählen solche Science-Fiction-Frauen und Männer über Schönheitsideale, Frauenbilder und Klischees? Erinnern die Fotos von Stacy nicht auch stark an sexistische Werbung?

Fakt ist: Heute nimmt eine Sex Doll kein Gramm zu, ist nie erschöpft und vor allem: „Sie“ sagt nie „Nein!“. Es sei denn, der Akku ist leer.

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