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3 Jungs, 1 Segelboot, 1 Weltreise: Surf. Eat. Sleep. See the Doctor. Repeat.

Drei Nürnberger machen sich auf den Weg in die Karibik – mit dem Segelboot. Von paradiesischen Inseln, perfekten Wellen und karibischen Krankenhäusern

Von Bastian Langer
Drei Jungs on tour: Mit einer alten Segelyacht, frisch geschliffenen Kochmessern und Macheten, einem Haufen Surfbrettern und einer gehörigen Portion Abenteuerlust auf großer Fahrt! Das sind Simon, Jens und Basti von SEASICK SAILING und ihr Ziel ist die Karibik, bitchachos!

Pittoreske Felsen am Strand, perfekte Wellen und warum surfen nicht ganz ungefährlich ist. Die Jungs haben die britischen Jungferninseln gerade lieben gelernt.

 

15.2.2017

 

10:30 Uhr Hoch am Wind segelt unsere LIV durch die schmale Lücke im Riff vor Virgin Gorda. Das Wasser schimmert in verschiedensten Türkistönen, links und rechts neben uns brechen sich Wellen. Wir schießen noch ein letztes Foto vom einsamen Palmenstrand an dem wir den gestrigen Tag verbrachten und dann konzentrieren wir uns ganz auf die schmale Durchfahrt! Nächstes Ziel: The Baths.

14:00 Uhr: Neben einer Reihe anderer Yachten machen wir an einer Boje vor der pittoresken Felsformation von „The Baths“ fest. Dass hier so viel los ist, haben wir uns schon gedacht – und eigentlich mit Menschenmassen aus Kreuzfahrtschiffen gerechnet. Aber außer den vielen Yachties ist niemand da. Glück gehabt! Wir springen vom Schiff und schwimmen zum Strand, durch die Strömung und die hohen Wellen ist das gar nicht so einfach. Am Strand angekommen klettern wir erst einmal auf den Felsen herum, die aussehen als hätten ein paar Riesen die einfach am Strand vergessen, und die Wellen dann die verrücktesten Formen heraus schleifen konnten. Sehr schön!

14:30 Uhr: Zwischen den großen Felsen haben wir eine Lücke entdeckt, durch die einen Pfad namens „Devil’s Path“ führt. Da müssen wir natürlich rein, keine Frage! Unter den riesigen Felsen schlängelt sich der schmale Pfad durch unterirdische Pools, durch Spalten und über Felsen. Einfach traumhaft! Nach ca. 15 Minuten kommen wir wieder ans Tageslicht und haben eine weitere Bucht vor uns. Erstmal baden!

16:45 Uhr: Wir segeln von „The Baths“ in Richtung Spanish Town weil wir dort morgen etwas reparieren müssen. Gerade als wir uns in der Bucht einen Ankerplatz suchen wollen, sehen wir, dass sich hier erstaunliche hohe Wellen brechen und auch ein paar Surfer im Wasser sind. Also beeilen wir uns mit dem Ankern, werfen die Surfbretter ins Dinghi und auf geht’s! Die Welle macht einfach nur Laune! Perfekte Wellen, perfekter Tag!

 

16.2.2017

 

11 Uhr: Eigentlich wollen wir nichts tun außer die guten Wellen zum Surfen nutzen. Stattdessen sitzen Jens und Ich bei absolutem Chaos unter Deck und versuchen unser Wasserproblem zu lösen. Die Pumpe bekommt nicht genug Druck in die Leitung und außerdem haben wir irgendwo in unserem Frischwasser System ein Leck. Eigentlich gar nicht so kompliziert, aber leider kommt man auf einem Schiff nicht an Leitungen, Pumpen oder Tanks ohne es halb auseinander zu bauen. Und auf einer winzigen karibischen Insel Ersatzteile zu bekommen, ist auch eher schwierig. Aber durch ein wenig Improvisation bekommen wir das doch ganz gut hin. Jetzt noch schnell etwas essen und dann nichts wie aufs Wasser!

15:30 Uhr: Kerstin und Ich sitzen im sogenannten Krankenhaus von Virgin Gorda und ich habe 40 – 50 Seeigelstachel in meinem Fuß. Notiz an mich: Wenn keine Locals im Wasser sind, hat das einen Grund! Die Wellen waren zu klein und haben sich im viel zu flachen Wasser gebrochen. Und nach zwei mal surfen ist dann das passiert, was die Locals wohl vermeiden wollten. Ich bin in einen Seeigel getreten. Eher ungeil! Mit der Hilfe sehr netter Einheimischer kamen wir überraschend schnell ins Krankenhaus – hier allerdings zieht sich das Ganze mal wieder, obwohl sonst keine Patienten da sind. In der Karibik wird halt gechillt. Nachdem ein paar jüngere Pfleger nicht so richtig wussten, was sie mit mir anfangen sollen und ich schon zu zweifeln anfing, ob das mit dem Krankenhaus eine gute Idee war, kommt Gabrielle hereinspaziert. Auf so jemanden habe ich gehofft.

Gabrielle ist eine ältere, eher rundliche Schwarze, von der Art „big Mama“. Sie wirkt, als ob sie ganz genau wisse, was zu tun ist – und als ob sie den Laden auch alleine schmeißen könnte. Sie ist mir also sofort sympathisch! Erst lacht sie mich ordentlich aus, als sie meinem Fuß sieht und fragt, ob mein anderer auch so aussieht. Sie will wissen, warum ich denn auf die blöde Idee komme, barfuß auf Seeigeln spazieren zu gehen. Meiner eigentlichen Geschichte hört sie dann nur mit halbem Ohr zu und beginnt gleichzeitig Anweisungen an die anderen Pfleger zu geben. Dann stellt sie meinen Fuß in kochend heißes Wasser, vermischt es mit Essig und hat dabei kein Mitleid für mich übrig. Nach einiger Einweichzeit beginnt sie dann die Stacheln aus meinem Fuß zu ziehen und erklärt mir, dass wir das die nächsten 7 Tage selbst weitermachen sollen. Nicht ohne lachend hinzuzufügen, dass die nächste Woche für mich kein Vergnügen werden wird. Für die „Behandlung“ werden mir am Ende noch lockere 100 $ abgeknöpft, aber die bekomme ich ja hoffentlich von der Versicherung zurück. Danke Gabrielle, aber für diesen Tipp braucht man echt keine 100 Öcken auszugeben. Aber hinterher ist man ja immer schlauer.

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