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3 Jungs, 1 Segelboot, 1 Weltreise: Von Hippies, Knarren und dem Surfen

Drei Nürnberger machen sich auf den Weg in die Karibik – mit dem Segelboot. Jetzt sind sie ganz im Süden der Antillen gelandet – und zwar auf Grenada.

Von Bastian Langer

Drei Jungs on tour: Mit einer alten Segelyacht, frisch geschliffenen Kochmessern und Macheten, einem Haufen Surfbrettern und einer gehörigen Portion Abenteuerlust auf großer Fahrt! Das sind Simon, Jens und Basti von SEASICK SAILING und ihr Ziel ist die Karibik, bitchachos!

 

Einsame Strände mit weißem Sand, ein BBQ im Redneck-Style, einen traumhaften Surf Spot und die Drohung: „Next time gunshot!“ Die Südküste Grenadas hat es in sich!

 

Sonntag 15.01.

 

14:00 Uhr Wir umrunden die große Landzunge im Süden Grenadas, gehen hart an den Wind und nehmen Kur auf Hog Island. Eine uns noch unbekannte LIVloverin hat uns über das Kontaktformular unserer Website erreicht und uns vom sonntäglichen Barbecue auf „Hog Island“ erzählt. Mal sehen ob wir sie dort treffen.

16:00 Uhr Wir fahren in die gut geschützte Bucht vor Hog Island und erkennen schon an den hier liegenden Booten, was für Leute wohl noch so auf dem BBQ sein werden. Statt modernen Charter-Katamaranen und schicken Eigner-Yachten liegen hier Schiffe, auf denen wohl seit Jahren gelebt wird. Sie sehen teilweise schon sehr abgefucked aus. Wir lassen das Dinghi zu Wasser und machen uns auf den Weg zum Ufer. Jede Menge anderer Beiboote liegen schon am Strand und alles ist voller Menschen, die zu lauter Soca-Musik tanzen. Einheimische und Yachties halten sich in etwa die Waage. Nach ein paar Minuten finden wir Jess und lernen auch gleich eine Menge Freunde von ihr kennen. Sie sind hier um Medizin zu studieren. Zusammen trinken wir ein paar Biere und Rum Punches, quatschen und genießen den Sonnenuntergang.

19:00 Uhr Irgendwann müssen die Studis dann ihr Taxi Boot nach Hause nehmen und wir lassen ebenfalls die „Soka Area“ hinter uns, umrunden die Bar und stellen uns vor eine windschiefe Bühne, die im seichten Wasser steht. Live gibt’s dort lauten Blues mit heiserem Gesang, gespielt von echt bizarren, zugedröhnten Alt-Hippies – aber die Musik ist überraschend gut. Der Großteil des Publikums ist bereits ähnlich fertig. Die Stimmung ist gut und irgendwann gibt es sogar noch eine Feuershow. Um das bizarre Bild abzurunden, sitzt vor uns eine bildhübsche Blondine, die ihre Perserkatze an einer Leine dabei hat. Kann man machen… Rauchend und trinkend genießen wir die Musik und feiern die Szenerie!

21:00 Uhr Irgendwann ist dann für uns Schluss da uns der Hunger zurück auf die LIV treibt. Wir marinieren einige Hühnchenteile, schmeißen den Grill an und gönnen uns „Chicken Creole“ mit einigen geilen Beilagen und einer selbstgemachten Soße. Als Dessert legen wir ein paar Bananen mit Rum und Honig auf den Grill, bevor es nach einer Runde Kniffel in die Koje geht

 

Montag 16. Januar.

 

10:00 Uhr: Nach einem entspannten Frühstück gehen wir Anker-auf und segeln hinaus aufs offene Meer. Eigentlich mehr zum Spaß, denn unser heutiges Ziel heißt Calvigny Island und ist nur eine Bucht weiter.

13:00 Uhr: Vor „Calvigny Island“ werfen wir den Anker und bepacken gleich das Dinghi mit unserer Kite Ausrüstung. Auf der Insel steht ein Resort das ziemlich neu und sehr nobel zu sein scheint, aber sehen können wir niemanden. Mit dem Dinghi fahren wir auf die Ostseite der Insel zu eine wunderschönen weißen Sandstrand. Dort treffen wir einen Angestellten der fleißig Sand recht. Wir fragen, ob wir hier surfen dürfen. Er antwortet nur mit „Yes!“ Also wird schnell alles aufgebaut und dann geht’s los! Wir surfen und springen durch die Bucht und feiern den menschenleeren Spot.

15:00 Uhr: Als der Wind zu schwach zum Surfen wird, legen wir die Kites auf den Strand und erkunden die Insel zu Fuß. Durch die hügelige Landschaft mit kleinen Bäumen und frisch gemähten Wiesen gehen wir querfeldein den Berg hoch. Oben angekommen überqueren wir eine Straße und setzen uns auf den Bordstein, weil wir uns nicht entscheiden können, ob links oder rechts besser ist. Wir sitzen wohl etwas zu lange, denn nach ein paar Minuten kommt ein Security Mann auf uns zu und fragt höflich, ob wir Gäste des Resorts seien. Nach unserem „No“ erklärt er uns, dass die komplette Insel, ausgenommen die Strände, in Privatbesitz sei und wir schleunigst den gleichen Weg zurück gehen sollen. Also geht’s für uns über frische Wiesen wieder zurück zum Strand. Am Wasser angekommen, kommt uns ein weiterer Sicherheitsmann mit wedelndem Schlagstock entgegen. Ziemlich aggressiv motzt er uns an, was das soll und scheint nicht zu verstehen, (oder verstehen zu wollen) dass wir bis gerade nicht wussten, dass die Insel in Privatbesitz ist. Wir versuchen ihn zu beruhigen und erzählen ihm, dass uns sein Kollege schon zurechtgewiesen hat und wir auf dem Rückweg sind. Er wird immer aggressiver, fuchtelt mit seinem Schlagstock herum und erklärt uns, dass das nächste Mal auf uns geschossen wird.

Das ist krass, jetzt regen wir uns auf! Wir diskutieren noch eine Weile und suchen das Privat-Schild. Nach einigen Minuten finden wir am Rand des Strandes tatsächlich ein Schild mit der Aufschrift „Private Property“. Es ist schon ziemlich unleserlich und gammelt vor sich hin. Wir zischen noch ein Bier und genießen den schönen Strand, ganz ohne nervige Resort Gäste, nur mit der Seasick-Crew. Die ersten Wochen in der Karibik waren der Hammer! Martinique & St. Lucia haben wir schon erkundet, Grenada und vor allem die wunderbaren Grenadinen rauben uns gerade den Atem. Auf unserer Website gibt es schon wieder einiges zu entdecken, also schaut mal vorbei!

Jetzt geht es auf zu einsamen Inseln und dichtem Dschungel – und darüber gibt es dann bald wieder etwas zu lesen. Liebe Grüße vom Strand in die Kälte!

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