FakeInstragramKierstenReisenThe Blonde Abroad

Blondie unterwegs: Wie peinlich gekünstelt diese Reisebilder sind

Kiersten nennt sich „The Blonde Abroad“ und hat mit ihrem Reiseblog so einiges nicht verstanden.

Man sollte vielleicht nicht ständig so gemein sein zu den ganzen armen armen Instagram-Mädels und sie pausenlos an den Pranger stellen. Aber dann kommt jemand daher wie Kiersten alias „The Blonde Abroad“ (kein Scherz, so lautet tatsächlich ihr Instagram-Name) und reibt einem die Vorlage wieder so dermaßen unter die Nase, dass man einfach nicht anders kann. Was stimmt eigentlich nicht mit euch? Euch, damit ist Kiersten und ihre unfassbare 93.000 Follower starke Instagram-Sippschaft gemeint. Entweder sehen die nicht, wie fake das alles ist, oder aber sie wollen es nicht sehen.

Klar, sie mag mit ihren Bildern vielleicht ein Gespür für Farben und Symmetrie beweisen und der Reiseblog mag in Teilen informativ sein, aber das war es dann auch schon. Wer glaubt denn bitte ernsthaft, dass sie angesichts ihres Apfelarschs all die kalorienbombigen Donuts nicht nur fotografiert, sondern auch isst, sie jeden Morgen perfekt gestylt und in sexy Pose frühstückt, oder weiß, was der orientalische Fummel für eine Bedeutung hat, den sie da trägt?

 

Authentizität? Fehlanzeige

 

Die Stimmen werden laut: „Du bist ja nur neidisch“! Ja, natürlich ist man neidisch. Weil man nicht 24/7 in postkartenfähigen Quadratbildern wie denen der Amerikanerin lebt, sondern zu Hause vor Netflix hockt und das eigene Leben angesichts der Fotos ganz schön öde und blass wirkt. Das zentrale Problem ist nur, dass sich dieser vielleicht zunächst bewundernde Neid durch den schwer übersehbaren Mangel an Authentizität in latente Aggression umwandelt. So, wie das Nonstop-Reisen beim Blondchen nämlich aussieht, ist es nicht. Nicht bei den meisten Menschen. Es geht vieles schief, oft muss man auch mal improvisieren. Durchaus gibt es Reiseblogs, die so etwas teilweise zeigen, aber es gibt eben leider auch Blogs wie diesen, die das komplett ausblenden und ihren Followern eine perfekte Friede, Freude, Eierkuchen-Glitzerwelt vorleben, die der Realität nicht entspricht und vor Oberflächlichkeit und Dekadenz nur so strotzt. Eine leere Hülle, die mit Arsch und Titten statt kultureller Vielfalt nicht mal einen Funken an Tiefe vortäuscht. Der Fakt, dass das alles von Reiseunternehmen finanziert wird, macht es jetzt auch nicht unbedingt authentischer.

Noch unglaubwürdiger wird es eigentlich nur in Kierstens Selbstbeschreibung: „How could a young lady such as my self possibly travel so often? The key is learning to live with less and, above all, compromise.“ Also nach Verzicht und Kompromissen sieht das, was sie auf Instagram zeigt, nicht gerade aus. Aber vielleicht hat sie traurigerweise auch keine andere Wahl, Sex sells, das weiß nicht nur Instagram-Aussteigerin Essena O‘ Neill, sondern auch das „Blondie auf Reisen“.

 

Coconut vibes ✌️❤️🌴 Bikini by @lspaceswim | Photo cred @pausethemoment

A photo posted by Kiersten ✈️ THE BLONDE ABROAD (@theblondeabroad) on

Kommentare

  1. Ihr heißt „Zeitjung“, aber dieser Artikel ist einfach nur kindisch. Ihr versucht, Authentizität am Geldbeutel zu messen? Daran, ob sie in einem Hostel oder einem Luxushotel schläft? Come on, es gibt Blogger, die zeigen, wie ihr Leben wirklich ist – und solche, die uns blenden. Solche, die weniger Kohle haben und solche, die im Überfluss leben UND dafür auch noch bezahlt werden. Aber genau das macht das Internet (und die Welt) so reizvoll: die Vielfalt. Das Miteinander. Dieser Artikel ist einfach nur unfassbar überflüssig. Denn noch etwas ist im Netz ganz wunderbar: man kann Dinge wegklicken, die man nicht sehen will. So wie euch. Euch klicke ich jetzt weg. Tschö.

    Hobie / Antworten
  2. Na da ist wohl wer neidisch? Natürlich ist das alles gekünstelt. Natürlich sieht die Realität anders aus. Aber das, was sie macht, macht sie offenbar so gut, dass sie davon so leben kann, auch wenn wir uns nicht vorgaukeln müssen, dass sie auch nur einen Trip davon selber zahlt. Ist heute eben auch eine Form von Marketing und letztlich nichts anderes als ein Werbeplakat. Aber das macht sie eben offenbar gut und dafür wird sie auch genug tun. Also nicht immer gleich Shitstormen wollen…
    Und überhaupt: Mit so einem Poppes darf man das.

    Zussel / Antworten

Sag was dazu

Das könnte Dich auch interessieren