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Trendnamen: Horst heißt jetzt Melvin-Jermaine oder eben Anton-Friedrich

Alle paar Jahrzehnte kommen alte Vornamen wieder. Nennt also ein Lion-Tyler sein erstes Kind vielleicht dann Bernd?

Als ich geboren wurde, wollten mir meine Eltern einen Namen geben, den vielleicht nicht unbedingt jedes zweite Mädchen in der Klasse auch hat. Nur zehn Jahre später gab es in meinem kleinen Dorf auf einmal drei weitere Hannahs – und letztes Jahr war der Name laut der Gesellschaft für deutsche Sprache sogar auf Platz 9 der beliebtesten Mädchen-Vornamen. Naja, immerhin war ich Trendsetter!  Letztes Jahr waren auch eher weitere klassische Namen wie Sophia, Emma und Marie in verschiedenen Abwandlungen beliebt. Bei den Jungen hingegen waren die Namen Elias, Maximilian und Alexander auf den ersten drei Plätzen.

 

Horst und Bernd, wo seid ihr?

 

Menschen mit einem solchen Namen könnte man auch in der Generation unserer Großeltern finden, aber anstatt sich im beigen Regenmantel über die Jugend von heute zu beschweren, sitzen die kleinen Maximilians jetzt im Sandkasten und bewerfen Emma und Maria mit einem ungebleichten Holzbagger mit Öko-Zertifikat. Der Grund dafür ist die sogenannte „Vier-Generationen-Regel„. Grob alle hundert Jahre kommen bestimmte Vornamen in Wellen wieder, so dass gerade eher sehr klassische und traditionelle Namen wieder eine Hochphase haben. Dafür haben die Namen unserer Elterngeneration gerade ein richtiges Tief: Kein Mensch nennt seine Kinder gerade Bernd, Sabine oder Horst. Aber Moment mal… Nach dieser Regel müssten dann doch in dreißig, vierzig Jahren wieder lauter kleine Mini-Horste geboren werden? Mal abwarten, ob die Cheyennes, Tyrons und Jimi-Green-Apples, die dann ja an der Reihe wären, Kinder zu bekommen, sich tatsächlich für solche Namen entscheiden. Oder vielleicht entscheiden sie sich ja gerade wegen ihrere eigenen Namen für einen Namen wie Bernd? Rebellion! Wer weiß, wer weiß…

 

Schreibweise: Es ist kompliziert

 

Es könnte aber sein, dass wir uns dann an eine neue Schreibweise dieser Namen gewöhnen müssen. Denn der Trend geht auch heute schon dahin, dass der Name zwar klassisch klingt, die Schreibweise aber eher so aussieht, als ob jemand auf Teufel komm raus ein paar Z und Ypsilons hätte unterbringen wollen. Aus Elisa wird dann Eliza, anstatt Susanne heißt man Suzann, und aus Finn wird Fynn. Eines werden aber wohl alle diese Kinder gemeinsam haben: Am Telefon und bei Vorstellungen werden sie immer erstmal schön ihren Namen buchstabieren müssen. Aber gut, um ehrlich zu sein ist mein Standard-Satz auch „Hannah mit H am Ende und zwei N in der Mitte, genau!“

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