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3 Jungs, 1 Segelboot, 1 Weltreise: Hängematten-Flavour und karibische Arbeitsmoral

Drei Nürnberger machen sich auf den Weg in die Karibik – mit dem Segelboot. Jetzt haben sie endlich mal eine ganze Insel so ganz für sich allein!

Von Bastian Langer

Drei Jungs on tour: Mit einer alten Segelyacht, frisch geschliffenen Kochmessern und Macheten, einem Haufen Surfbrettern und einer gehörigen Portion Abenteuerlust auf großer Fahrt! Das sind Simon, Jens und Basti von SEASICK SAILING und ihr Ziel ist die Karibik, bitchachos!

Karibische Arbeitsmoral und nicht immer passendes Wetter – die Kehrseite zu malerischen Nächten in Hängematten am Lagerfeuer.

Freitag, 20. Januar

 

18:30 Uhr
In der Dämmerung erreichen wir nach einem schönen Segeltag die Insel Carriacou. Wir segeln in die nächstgelegene Tyrell Bay in der Hoffnung, dort eine Art Marina zu finden. Die gibt’s zwar nicht, aber irgendwie landen wir am Steg der Werft. Die Empfangsdame hat anscheinend verstanden, dass wir einen Mechaniker bräuchten, woraufhin sie auf die geniale Idee gekommen ist, dass es wohl die einfachste Lösung sei, wir bleiben über Nacht einfach am Tankstellensteg liegen. Einen Mechaniker brauchen wir zwar nicht direkt, aber erstmal egal. Hautsache, wir können die Duschen nutzen. Das tut mal wieder so richtig gut!

22:00 Uhr
Nachdem es das Wetter mal wieder nicht so gut mit uns meint, machen wir uns nach den leckeren Wraps einen Chilligen und entscheiden, seit langem mal wieder einen Film zu gucken. Auf Fluch der Karibik können wir uns einigen, aber leider ist Teil eins nicht aufzufinden. So müssen wir leider mit Teil 2 vorlieb nehmen, der zwar ein paar geile Szenen hat, aber ansonsten im Vergleich zum ersten Teil ganz schön abstinkt. Nach der ersten Stunde schlafen wir dann nach und nach alle ein.

 

Samstag, 21. Januar

 

11:30 Uhr
Wir schaffen es, der Werft-Chefin zu verklickern, dass wir das vermeintliche Problem über Nacht selbst gelöst hätten, zahlen unsere 40$ Liegegebühr und machen uns davon. Das nächste Ziel für uns ist Hillsborough, denn Philipp braucht noch ein Fährticket für Sonntag. Er verlässt uns leider nach zwei geilen Wochen, nimmt eine Fähre und ein paar Flugzeuge um dann Florida und anschließend New York City unsicher zu machen.

12:00 Uhr
Kurz vor Hillsborough fahren wir an einer winzigen, von türkisem Wasser umspülten Sandinsel vorbei, die mit lauter Palmen bewachsen ist. Wie geil! Am liebsten würden wir sofort anhalten, hier bleiben und kiten, denn der Wind weht ordentlich! Aber wir müssen für das Ticket und zum ausklarieren jetzt erstmal nach Hillsborough.

14:30 Uhr
Philipp und ich sitzen seit einer Ewigkeit in einer Strandbar und warten. Das mit dem Fährticket wurde in einer Minute erledigt, aber das mit dem Ausklarieren zieht sich anscheinend. Zumindest ist Simon seit über 1,5 Stunden weg. Zum Glück gibt’s hier kühle Getränke und Internet. Dann kommt ein entnervter Simon in die Bar und erzählt die typische Geschichte, warum es so lange gedauert hat. Denn hier in der Karibik wird in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit alles ein wenig anders gehandhabt und aus einer einstündigen Mittagspause können gerne mal zwei werden. Aber wen wundert’s. Bei den Temperaturen und Strand ohne Ende hätten wir auch mehr Bock auf Mittagspause als auf arbeiten.

15:00 Uhr
Endlich machen wir an einer Boje vor „unserer“ Insel fest. Sandy Island ist der richtige Name, wie kreativ… Mittlerweile hat der Wind zwar abgeflaut, nichtsdestotrotz pumpen wir unsere Kites auf. Aber für mehr als einen Versuch langt der Wind nicht. Egal! Wir hängen die Hängematte zwischen die Palmen und gehen eine Runde schnorcheln!

20:00 Uhr
Nach dem Abendessen sind alle ganz schön platt, obwohl wir heute nicht wirklich viel gemacht haben. Ins Bett gehen kommt aber nicht in Frage, denn heute ist Philipps letzter Abend. Und was bietet sich da besseres an, als eine Lagerfeuer auf einer einsamen Insel?! Die Oldie-Crew (mein Papa und zwei seiner Kumpels) versichert uns, bei einem Glas Whiskey gut auf die Liv aufzupassen – und so machen wir uns mit einem vollgepackten Dinghi auf den Weg zur Insel. Am Strand angekommen müssen wir immer wieder tennisballgroßen Einsiedlerkrebsen ausweichen, bis wir den perfekten Platz gefunden haben. Zwischen zwei Palmen hängen wir unsere beiden Hängematten und einen Regenschutz. Wir sammeln ein wenig Holz und dann brennt das Feuer auch schon. Jetzt fehlt nur noch ein selbstgefangener Fisch zum Grillen! Nächstes Mal vielleicht. Rauchend und trinkend sitzen wir ums Lagerfeuer, das immer weiter angeschürt wird. Irgendwann schnappen sich Jens und Simon die beiden Hängematten und schlafen ein. Philipp und ich hocken noch ein paar Stunden am Feuer, bis uns irgendwann die Augen zufallen.

4:45 Uhr
Mit nassem Gesicht wache ich nach etwa einer Stunde Schlaf auf und bin erstmal sehr verwirrt. Irgendwann wird mir dann klar, es regnet. Scheiß Tropen! Muss das jetzt sein? Wir flüchten unter die viel zu kleine Plane. Nur Jens schläft seelenruhig in seiner Hängematte. Wir warten das Gröbste ab, dann lassen wir Jens weiterschlafen, schnappen uns das Dinghi und fahren zur Liv.

 

Montag, 23. Januar

 

18:30 Uhr
Mittlerweile haben wir Jens von der Insel aufs Boot und Philipp vom Boot auf die Fähre gebracht und sind auf dem Weg nach Norden. Endlich haben wir mal wieder einen Fisch gefangen und das wird diesmal so richtig zelebriert. Jetzt muss zwar der Herd anstelle des Lagerfeuers herhalten, aber das ist gar nicht schlimm. In den nächsten Tagen geht es immer weiter nach Norden in Richtung der British Virgin Islands. Von dort melden wir uns das nächste Mal, bevor es dann weiter nach Jamaika und Kuba geht.

Die besten und schönsten Spots gibt’s wie immer auf www.seasicksailing.com genauso wie einige leckere Rezept-Ideen aus der Karibik. Liebe Grüße und bleibt sauber ;)

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