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6 Gründe, warum Marihuana endlich legalisiert werden sollte

Gebt das Hanf frei! Warum die Legalisierung von Marihuana nicht nur keine schlimmen Folgen, sondern sogar einige Vorteile hätte.

Nun also doch nicht. 27.000 Befürwortern zum Trotz wird es in Bayern keine Legalisierung von Marihuana geben, das urteilte der Bayerische Verfassungsgerichtshof Ende Januar. Wer eine Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken fordere, ignoriere das Gesundheitsrisiko beim Konsum der Droge, warnte Gesundheitsministerin Melanie Huml von der CSU. Das sei verantwortungslos.

Worte wie diese scheinen nur schlecht in eine Zeit zu passen, in der selbst die prüden USA den Konsum von Marihuana partiell erlauben. Gras sei nicht gefährlicher als Alkohol, sagt Obama – über 40 Jahre nach dem „War on Drugs“, den Richard Nixon 1972 verkündete und der seither Hunderttausende Konsumenten für absurd lange Zeit hinter Gitter gebracht hat. Auch in Deutschland hat eine nicht unbeträchtliche Zahl von Straftaten mit Cannabis zu tun: 2014 lag die Zahl der Rauschgiftdelikte in Verbindung mit Cannabis bei rund 161.000. Jedes Jahr kommen vier Prozent der Konsumenten mit dem Gesetz unmittelbar in Konflikt, schreibt der deutsche Hanfverband. Das bedeutet, dass über vier Millionen Deutsche regelmäßig Gras rauchen.

 

Wie viel gilt nochmal als „geringe Menge“?

 

Sie alle tun das legal: der Konsum ist erlaubt, Anbau, Kauf, Verkauf und Besitz aber unabhängig von der Menge verboten. Was wenig sinnvoll ist, weil Konsum ohne Besitz eigentlich nicht möglich ist. In Kifferkreisen hält sich das Gerücht, dass der Besitz einer geringen Menge „für den Eigenbedarf“ in Ordnung sei – das ist nicht der Fall. Zwar wird oft von einer strafrechtlichen Verfolgung abgesehen, wenn die Menge sehr klein und der Konsument noch nicht polizeibekannt ist, aber es gibt bis heute keine bundesweit einheitliche Regelung, was denn unter den Begriff „geringe Menge“ überhaupt fällt. Das hat zur Folge, dass der Grenzwert der „geringen Menge“ in Bayern bei sechs Gramm, in Berlin und Niedersachsen aber bei 15 Gramm liegt. Hier stimmt das Klischee der strengen bayerischen Polizei wieder einmal: unter deutschen Musikern hat es sich mittlerweile zum Running Gag entwickelt, dass vor der Ausfahrt Richtung Bayern das Gras aus dem Auto rausmuss. Money Boy hat sich wohl nicht daran gehalten.

Die Stimmen gegen das Cannabis-Verbot werden seit Jahren immer lauter. Der Bürgermeister von Bremen, Carsten Sieling, hält eine Kriminalisierung für „nicht mehr zeitgemäß“, der Drogenberater Helmut Kuntz meint in Psychologie Heute: „Sicher würde Cannabis durch die Legalisierung entzaubert.“ US-Ökonom Jeffrey Miron spricht sich sogar für eine vollständige Legalisierung aller Rauschmittel aus. „Ein Verbot von Drogen ist wohl die schlechteste Lösung, um Schaden zu verhindern“, sagte er 2013 gegenüber SPIEGEL ONLINE. Ganz so weit wird es wohl nicht kommen. Eine Legalisierung von Marihuana wäre aber in naher Zukunft vielleicht sogar möglich – und sinnvoll. Hier kommen sechs Gründe, warum es endlich Zeit wird, das Hanf freizugeben.


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    Ein Verbot hält niemanden vom Kiffen ab

    Laut der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht haben rund 25 Prozent aller deutschen Erwachsenen schon einmal Cannabis konsumiert – besonders abschreckend scheint das Verbot also nicht zu wirken. Befürworter halten allerdings an der Behauptung fest, dass eine Legalisierung den Konsum massiv steigern würde. „Das ist in Ländern, in denen Cannabis legalisiert ist, nicht der Fall“, sagt Helmut Kuntz. Außerdem zeigen vergleichende Statistiken, dass ein Verbot das Konsumverhalten eventuell sogar steigert: in Frankreich, wo auf Cannabiskonsum hohe Strafen stehen, haben vier von zehn Jugendlichen schon einmal gekifft – in den liberalen Niederlanden dagegen sind es nur drei von zehn. Vielleicht ist am „Reiz des Verbotenen“ ja doch was dran. Sinnvoller wäre es, von der Abstinenzlogik Abstand zu nehmen und Jugendlichen einen verantwortungsbewussten Umgang mit Rauschmitteln aller Art zu vermitteln; die „Kenn dein Limit“-Kampagne ließe sich bestimmt erfolgreich ausweiten.

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