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„Drückst du mich mal?“ Ein Plädoyer für mehr Kuscheln unter Freunden

Warum sollte es nur in festen Beziehungen zum flauschigen Zusammentreffen kommen? Über das platonische Kuscheln unter Freunden und warum es so gut tut.

Erinnern wir uns an Kindertage, fällt uns schnell auf, dass wir uns bezüglich des Kuschelns herrlich wenig Gedanken gemacht haben – wir haben es einfach getan. Wenn wir müde waren, haben wir uns in den Schlaf wiegen lassen. Wenn wir traurig waren, haben wir uns in die Arme unserer Eltern oder Erzieher geschmissen. Wenn wir einfach mal eine Pause gebraucht haben, haben wir es uns auf einem Schoß gemütlich gemacht und die Welt von dort aus betrachtet. Warum nicht dahin zurück kommen? Sich einfach mal klein machen, wenn wir uns klein fühlen und in die Höhle der Geborgenheit verkriechen: in offenen Armen?

Kuscheln ist uuunendlich wichtig! Sich geborgen fühlen, wenn wir uns in den Armen eines lieben Menschen vergraben. Geliebt, wenn uns jemand über die Haare streichelt und aufgehoben, wenn wir Kopf an Kopf gemütlich sind. Was gibt es schon schöneres? Wir teilen Wärme, wir trösten und lieben uns auf diesem Weg. Warum also soll es immer nur in festen Beziehungen zum flauschigen Zusammentreffen kommen? Sind wir in einer Beziehung, haben wir das Gekuschel im Überfluss. Es gehört dazu wie Streit und Liebe machen. Beim Film gucken, vor dem Einschlafen, in der U-Bahn, überall. Abseits von der Beziehung ist es aber gar nicht so leicht. Außer: Wir haben gute Freunde!

 

Kuscheln unter Freunden

 

Immer mehr Menschen kommen auf die Idee: Wir müssen ja gar nicht verkuscheldursten! Nur weil wir vermeintlich zu alt für Kuschelmomente mit unseren Eltern sind, einfach zu weit weg von ihnen wohnen oder Single sind, heißt das ja noch lange nicht, dass wir uns unsere tägliche Portion Nähe nicht woanders abholen können. Zum Kuscheln eignen sich nämlich viel mehr Menschen! Und am allerbesten die, die man am liebsten hat. Ganz ohne sexuelle Hintergedanken, einfach nur um Nähe zu spüren und sich wohl zu fühlen, können wir uns doch auch einfach mal bei unseren besten Freunden anlehnen. Sogar Studien haben bewiesen, dass kuscheln ein Wundeheilmittel ist – gegen Frust. Das Hormon „Oxytocin“, das während dem Kuscheln ausgeschüttet wird, macht uns selbstbewusster, optimistischer und stressfreier. Und unser Körper vollbringt sogar ein ausgefuchstes Täuschungsmanöver um uns zum Kuscheln zu bewegen: Wir nehmen die Haut anderer Menschen als besonders weich wahr, auch wenn das eigentlich gar nicht der Fall ist. Verantwortlich dafür sind spezielle Nerven in unserer Haut. Gemeinsam einsam ist gleich überhaupt nicht mehr einsam, sondern wohlig warm und kuschelig.

 

„Willst du mein*e Kuschelfreund*in sein?“

 

Kuscheln kann natürlich auch häufig mit einer Anmache verwechselt werden. Sich körperlich nah sein, verbinden viele Menschen mit sexuellem Kontakt. Aber auch denen kann man erklären, dass es Kuscheln ohne sexy vibes gibt. Wir sollten es nur vorher klären, nicht dass es irgendwann zu verstrickten emotionalen Katastrophen kommt, wo man doch nur ein bisschen körperliche Nähe haben wollte. Wir, die kuschlige Redaktion, empfehlen einfach mal nachzufragen. „Willst du mein*e Kuschelfreund*in sein? Ja, Nein, Vielleicht?“ Dann kann sich der oder die auserwählte Kuschler*in ja immer noch Gedanken darüber machen, wie er oder sie dazu steht. Aber die kuscheligen Rahmenbedingungen, die stehen.

 

Männer können das auch – auch unter besten Kumpels!

 

Manch einer der Jungs da draußen hat es schon verstanden: Kuscheln ist nichts auschließlich Feminines! Nur leider ist das in einigen Köpfe vieler Menschen eingebrannt. Aber wenn die Herren der Schöpfung eine Freundin haben, dann können sie es ja auch! Meistens können sie es sogar so gut, dass es den Anschein macht, sie würden nie wieder loslassen – der nächtliche Schraubstock. Also Männer, lasst die Köpfe mal auf die Schulter eures Lieblingsbrudis sinken und vertraut darauf, dass er doch auch nur ein soziales Wesen ist, der gerne mal Nähe verspürt.

 

Kuschler, in München, sucht…

 

Wer sich nicht so leicht tut, die alten Gewohnheiten mit den Freunden zu durchbrechen und sich nicht traut, sich körperlich anzunähern, für den gibt es eine andere Lösung. Wir sprechen wir da von einer App namens Spoonr, die so ähnlich funktioniert wie Tinder. Es geht nicht darum, sich zum Sex zu verabreden, Dates zu haben und sich kennen zu lernen. Es geht darum, sich die überlebenswichtige Portion Nähe abzuholen, die wir zum Glücklichsein brauchen. Man kontaktet Menschen, um die zweitschönste Sache der Welt zu machen: Kuscheln. Jeder User bekommt Rezensionen für schon gehabte Kuscheltreffen, sodass eine gewisse Transparenz herrscht und bevor ein Treffen überhaupt zustande kommt, kann man sich über Nachrichten austauschen, wie man sich so eine Runde kuscheln vorstellt.

Kommentare

  1. Spoonr wurde leider im Januar 2017 abgeschaltet. :/
    Ansonsten ein toller Bericht! <3

    Ly / Antworten

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