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Mit diesem Gesetzesentwurf zeigen die Isländer mal wieder, warum man sie einfach sympathisch finden muss

Weil: gleiche Bezahlung für alle!

Island ist schon länger dafür bekannt, ziemlich fly zu sein, so vong Niceigkeit und so. Spätestens seit der Europameisterschaft weiß halb Europa, dass die Isländer einfach ein besonders liebenswertes Völkchen sind. Wer tatsächlich ein Museum für Geschlechtsteile von Säugetieren in seinem Land hat, den kann man doch einfach nur gerne haben. Und auch in Sachen Gleichstellung von Mann und Frau nimmt das nordische Land eine weltweite Vorreiterrolle ein. Perfekt ist bei den Skandinaviern allerdings auch noch nicht alles: Frauen verdienen durchschnittlich immer noch 14 bis 18 Prozent weniger als männliche Arbeitnehmer. Damit soll aber ziemlich bald Schluss sein.
 

Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit

 

Gestern verbreitete sich schlagartig die Meldung, dass Island als erstes Land weltweit ein Gesetz zur gleichberechtigten Zahlung von männlichen und weiblichen Arbeitnehmern plant. Demnach sollen Arbeitgeber mit mehr als 25 Mitarbeitern künftig dazu verpflichtet werden, einen Nachweis zur gleichen Bezahlung für gleiche Arbeit zu erbringen, unabhängig von Geschlecht, Nationalität oder Sexualität. Der Zeitpunkt für diesen Vorstoß wurde da wohl auch sehr bewusst gewählt: Am gestrigen Weltfrauentag brachte der isländische Sozialminister Thorsteinn Víglundsson den Stein ins Rollen mit der Begründung, es müsse in dieser Angelegenheit eine radikale Veränderung stattfinden. Well played, Mister!

Nach Planungen der Regierung soll das Gesetz bis 2020 in Kraft treten und die Gehaltslücke zwischen Mann und Frau bis 2022 geschlossen werden. Allzu große Hürden dürfte es dafür nicht geben, denn auch die Opposition unterstützt den Gesetzesentwurf. Isländische Arbeitnehmerinnen haben schon im Oktober für gleiche Bezahlung protestiert: Um genau 14:38 haben sie die Arbeit damals verlassen, da Berechnungen ergeben haben, dass Frauen nach dieser Stichzeit quasi für lau arbeiten. Was damals höchstens in Island für Aufsehen sorgte, hat heute zu einem lobenswerten Vorstoß für einen weiteren Schritt in Richtung mehr Gleichberechtigung geführt. Wir dürfen gespannt sein, ob andere Nationen dem Beispiel von Island folgen werden.

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